Die Motorradseiten.....
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oder wie sammelt man Punkte

Stand 11. September 2005

 

Tja, was ist da nicht schon alles geschrieben worden zum Thema Motorrad, und jetzt geb´ ich meinen Senf auch noch dazu ab.

Meine Karriere als Mopedfahrer ging recht früh los - meine erste 50´er war1980 eine Starflite – ein Höllengerät, von dem ich mich dann auch nach einigen Monaten geschwindigkeitsbedingt trennte.


Dann kam deutsche Wertarbeit ins Haus - eine Kreidler Flory 3Gang - blos lief das Ding so um die 35km/h - das konnte es ja wohl nicht gewesen sein. Also ab in die Garage, das Werkzeug ausgepackt und schon waren der Illegalität keine Grenzen mehr gesetzt. Nur mit einer Feile und einem Düsensatz kommt man nicht weit. Deshalb mal eben nach Heerlen, das liegt in Holland, so ca. 90km von Köln entfernt. Dort im Cycle-Shop gabs die schönsten 70ccm Sätze, Kettenkit´s und mehr. Mit dem neuen 70ccm Satz lief der Hobel dann auch 125km/h (Radarmessung - brachte mir die ersten sechs Punkte wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Erlöschen der Betriebserlaubnis und Fahren ohne Versicherungsschutz ein). Super gemacht, damit war ich dann in Polizeikreisen bekannt, wie ein bunter Hund. Morgens zur Schule, den Sheriffs abhauen - Mittags nach Hause, den Sheriffs abhauen. So ging das dann täglich, so ca. 1 1/2 Jahre, bis ich genug Punkte gesammelt hatte um vermutlich bis ans Ende meiner Tage kein Fahrzeug mehr legal bewegen zu dürfen. Aber es kam noch dicker.


Ich tauschte dann meine Flory gegen eine Malaguti, ein Mofa als Enduro, mit Pedalen und Fußschaltung. Sechs Gänge durchschalten und schon wurde man auf 40km/h katapultiert. Also was tun? Einen 80er Motorblock besorgt, der war Baugleich von außen, hatte aber keine Pedale und stärkere Lager etc. Die Pedale passten dann noch zu guterletzt, sodaß der Hobel von weitem aussah, wie ein Mofa. Der Spaß hörte dann aber wie man sich denken kann recht jäh auf. Nach einer Recht wilden Verfolgungsjagd wurde dem Spuk seitens der Ordnungsmacht ein Ende gesetzt. Die Karre beschlagnamt und natürlich wieder eine Gerichtsverhandlung. Macht summa summarum so schlappe 32 Punkte in Flensburg, in 3 Jahren doch ein stattliches Ergebnis. Nach etlichen abgeleisteten Sozialstunden - es waren glaub ich so um die 120 an der Zahl war es für den Richter an der Zeit, mich aus dem Verkehr zu ziehen - zumindest an 3 Wochenenden durfte ich im Gerichtsgebäude in Köln mein Domizil errichten, sowas nennt man dann Jugendarrest (aber zum Glück ohne Vorstrafe)

Man mag sich vorstellen, welch Gelächter mein Wunsch, den 1´er und 3´erFührerschein zu machen beim Straßenverkehramt ausgelöst hat . War wohl nix , aber ich hatte da noch ein Ass im Ärmel...... Da ich meine Sozialstunden bei der Johanniter-Unfall-Hilfe gemacht hatte und seither auch dabei geblieben war, hatte ich das Argument, den Führerschein zur Erfüllung meiner Aufgaben im Katastrophenschutz zu benötigen. Doch wie immer hat man auch diesmal den Schweiß vor den Erfolg gestellt. Ich durfte mich beim TÜV zum Idiotentest (Medizinisch Psychologische Untersuchung) einfinden. Nachdem die Hürde genommen war, konnte ich mich unter Auflagen zum Führerschein anmelden. Den Führerschein zu bestehen war dann nur noch eine Formsache, und bald schon durfte ich endlich legal meine Kreise ziehen.

Das nächste Gerät war 1987 dann japanischer Herkunft, eine Reisschüssel - Yamaha XS 400 - mit sage und schreibe 34 PS (schon wieder mehr als erlaubt). Nachdem ich so gut ein Jahr auf dem Hobel rumgeritten war, hat mich dann der Wahnsinn gepackt.

Ich kaufte mir dann im Okt.1988 eine nicht mehr so ganz fahrbereite Honda Bol d´Or CB 900F1 mit 120 PS. Nicht mehr ganz fahrbereit heisst, der Zylinderfuß war im Bereich der Steuerkette durchgescheuert, weil dem Vorbesitzer der Steuerkettespanner fliegen gegangen war - jetzt klaffte da ein Fingebreiter Spalt. Es mußte also ein neuer Zylinderfuß her, den ich dann auch von einer Unfallmaschine bekam. Doch wer mal Bol d´Or gefahren ist, weis was es heißt ein miserables Fahrwerk zu reiten. Teilweise abenteuerliche Strassenlage gepaart mit undefinierbarer Bremswirkung - eine denkbar schlechte Mischung - die aber immerhin fast 2 Jahre gefahren hab. Irgendwann war ich dann des Mopedfahrens überdrüssig und hab´ die Karre verkauft.

Der Meister in seinem Element ...zu der Zeit hab ich in der Garage fast gewohnt.

Nach über acht Jahren Abstinenz hab´ ich mir zum Wiederanfang im Mai 1998 einen neuen Piaggio Hexagon 125 Roller gekauft. Super zuverlässig im Verlieren von Treibstoff und anderen Motorflüssigkeiten, aber ansonsten wirklich alltagstauglich. Mit dem wir (jetzt kommt zum ersten mal Eva ins Spiel) dann so 3500 km über die Schwäbische Alb abgerissen. Übrigens bin ich mittlerweile ins Schwabenländle emigriert.

Da sich abzeichnete, daß wir wohl noch häufiger unterwegs sind, wurde nach im Juni 2000 aus der Hexagon eine gebrauchte Yamaha XV1100 Virago, Chrom pur und putzen bis der Arzt kommt - ein Vollblutchopper mit dem man aber leider aufgrund der breiten, vorverlegten Rasten ewig in der Kurve aufsetzte. Im großen und ganzen ein rundum zuverlässiges Moped. Hier haben wir uns dann auch erstmals die Sprechanlage von Baer eingebaut. Äußerst komfortabel, wenn man sich während der Fahrt mit seiner Sozia unterhalten kann und wenn man sich einmal dran gewöhnt hat, möchte man es nicht mehr missen. So 7500km später, von Erwerb bis Verkauf waren gerade mal 6 Monate ins Land gegangen, haben wir den Fehler gemacht, eine BMW R 1150 GS Probezufahren. Damit war das Thema erledigt.

Da steht sie nun, die BMW R 1150 GS, ein halbes Jahr alt, vom BMW Vorstand gefahren und mit 3000km wie neu. Nur das wir kein halbes Jahr auf die Auslieferung einer Neumaschine warten mussten. Und billiger war´s auch noch. Leider ist im Moment das Wetter ziemlich beschissen, sodass wir seit 15 November 2000 lediglich 900km gefahren sind. Aber es wird schon wieder...............

Von Nov. 2000 bis Sept. 2002 haben wir auf der GS 30.000 km ohne jegliche Störung abgeritten.

Tja, Ende August 2002 begab ich mich auf die Suche nach einem Moped mit besserem Windschutz. Die ewigen Verwirbelungen und im WInter dann die kalten Knie, bei Regen patschnaß, alles das sind unerwünschte Nebeneffekte einer GS. Auch waren mir die 90 PS auf dauer ein wenig schmal, vor allem im Gebirge. Ich bin dann zu meinem Freundlichen BMW Händler meines geringsten Mißtrauens und habe mir die R 1150 RT für eineinhalb Stunden ausgeliehen. Ich dachte erst auf einem Bockenden Esel zu sitzen, weil das was mein Motor an Laufruhe mitbrachte fehlte diesem hier vollends (obwohl die Motoren in der Basis identisch sind). Auch der Windschutz bei Autobahnfahrt war nicht so doll. Dann bin ich kurze Zeit später wieder auf den Hof gerollt und hab reklamiert, der Händler jedoch meinte ich solle mich von dem Gedanken befreien die RT würde so weich wie die GS Rollen. Das läge an der anderen Auspuffanlage, der Verkleidung und bla bla bla.... Ich Dachte erst der will mich Verarschen, weil für 14.000 Euro muß schon was besseres her und keine Verschlechterung. So bin ich dann ziemlich enttäuscht von BMW weg zu dem Hondahändler um die Ecke in Deizisau.

Da stand sie......die neue Honda STX 1300 Pan European zur Probefahrt bereit.

Gefahren - gekauft. Trotz einiger Bedenken von der Fachpresse, es seien zu viele Kinderkrankheiten an einem solchen neuen Modell. Der Fahrkomfort ist gigantisch, der Wetterschutz fast wie im Auto durch die elektrisch verstellbare Scheibe, die 15 cm höher als bei der RT ausfährt. Mit Heizgriffen und Radio über die Sprechanlage mit Funk ist die Ausstattung komplett. Einzig das Fahrwerk bedurfte einer Korrektur, was den Japanern aber erst in Deutschland aufgefallen war. Denn in keinem anderen Land werden die Mopeds auch mal ausgefahren. Und so geschah es das eines Tages ein Brief von Honda im Kasten lag, mit der Bitte doch mal beim Händler diesbezüglich vorzurollen. Wenn man schon mal da ist, kann man gleich noch eine Latte von Modifikationen erledigen. Damit war das Thema Kinderkrankheiten erledigt....bis jetzt zumindest. Wer weiß jetzt schon, was alles noch kommt. Ich zumindest bin mit dem Moped zufrieden. Bei stömendem Regen (wer fährt da schon gerne) werden nur die Fußspitzen naß, der Wind wird sauber am Körper vorbeigeleitet und selbst über 200 ist noch Ruhe hinter der Scheibe. Mehr Moped braucht keiner.

09.September 2005:

 

Fortsetzung folgt......                                                                                                    Copyright Thomas Pütz  Sept 2005